Einen Hund aus Spanien? Nein, dass muss doch nicht sein. - Einen Rassehund? Och nööö,..

Ein abenteuerlicher Mix aus einem hiesigen Tierschutz, hatte ich mir vorgestellt, wäre der/die beste Kollege/in für unsere Cindy. Nur hatte Cindy da eine ganz andere Vorstellung als wir. Sie akzeptierte keinen von uns Vorgeschlagenen. Obwohl wir wirklich Rücksicht auf ihre Ansprüche nahmen. Nicht zu jung, nicht zu wuselig, nicht,,..... nicht,...nicht,........... Und Chef musste SIE bleiben.

Irgendwann blickte mich aus den Tiefen des www ein StruwelTier an......durch die Gitterstäbe eines spanischen TH. Aber sie war ja in Spanien, also konnt' ich nicht testen wie Cindy auf sie reagieren würde. Also kein Fall für uns :-/.

Da sie mit der Hitze in Spanien jedoch nicht gut zu Recht kam, holte man sie nach Deutschland. Geschätzte sieben Jahre sollte sie alt sein. Für die Zucht unbrauchbar geworden, da sie mittlerweile ihre eigenen Welpen tot biss, hatte man sie sich selber überlassen,... und so sah auch ihr Fell aus. Sie musste geschoren werden.

--ihr merkt schon: ich habe ihre Geschichte schon beobachtet, eh sie überhaupt hier war ;-))—

Nun sah sie aus wie eine Tüpfelhyäne. Da Hunden aber nun mal das eigene Äußere ziemlich schnuppe ist, fühlte sie sich sauwohl ohne die Last des Drecks in ihrem Fell. Nie werde ich ihr Gesicht vergessen, als ich mit ihr, noch in der Pflegestelle, auf dem Boden hocke, und sie mir mit schräg gelegtem Kopf ihre dicke Tatze aufs Knie legte.

Das liest sich evt. etwas albern und/oder abgedroschen, aber: Dieser Hund hat was! Und dieses ´Etwas´ ist es wohl auch gewesen, was Cindy sie sofort akzeptieren ließ.

Sie war erst ein paar Tage in der Pflegestelle. Viel kannte sie nicht. Ängstlich war sie nicht,.. aber es war alles,.. wirklich ALLES so neu. Ihre hauptsächliche Beschäftigung bestand aus: Gucken!

Ich wollte mir mindesten eine Woche Urlaub nehmen, wenn ein neuer Wuff
bei uns einzieht. Es war ein Montag. Wir nahmen sie sofort mit. Weil ich irgendwie sofort WUSSTE, dass das funktionückelt mit den beiden. Und so war es dann auch. : -)))

Beim Verlassen der Pflegestelle wurde uns noch gesagt, dass sie eine reinrassige Katalanische Hirtenhündin ist. Ahja?!? Wieder 'ne neue Rasse kennen gelernt.

Und als Hütehund wird sie ja dann auch kein bis wenig Jagdtrieb haben. Das passte mir auch recht gut in den Kram. Ich machte mich über die Rasse schlau. Studierte alles was mir im Net so vor die Augen kam.

-Hütehund, weicht seinem Besitzer nicht von der Seite,------- Fremden gegenüber distanziert, ------ Temperaturunempfindlich,------ guter Wachhund, ------ einfachste Nahrung reicht ihm aus und er weiß auch, wann er genug hat. Soviel zur Theorie.

Und nun zur Praxis: Erstmal ist sie für ein Mädel mit ihren knapp 60 cm Schulterhöhe zu groß. Sie jagt, (wenn ich sie denn ließe), geht auf jeden Fremden zu, kann Wärme überhaupt nicht vertragen, und würde fressen bis sie platzt (gut, das wird wohl mit ihren bisherigen Erfahrungen zu tun haben). Aber sehr viele Übereinstimmungen hab ich in der Rassebeschreibung nicht gefunden. Vielleicht hat sie auch gewusst, dass wir eigentlich keinen Rassehund wollten und sich dann gedacht: "Dann verhalt ich mich eben nicht wie Einer!" *grins*

Die Optik, ja ok. Die käme hin. Fellfarbe, Körperbau, Kopf- und Nackenform, Scheitel,..... Jedoch sind ihr die Ohren abgeschnitten worden. Und ihr Schwanz ist nur noch ein paar cm lang und auch noch (wohl durch einen unbehandelten Bruch) stark abgeknickt.

Das muss alles lange her sein. Sie hat heute keine Probleme mehr damit. Auch meine anfängliche Sorge, dass sie deswegen evt. ein zwischenhundisches Verständigungsproblem haben könne, hat sich nicht bestätigt

Auch hat sie eine Verfärbung in den Augen. Bisherige Informationen schwanken zwischen Pigmentflecken und Folgen einer Verletzung. Ich bin mir noch nicht sicher. Sicher bin ich allerdings, dass es sie kaum, wenn überhaupt, in ihrer Sehkraft beeinträchtigt.

Alle Welt fliegt auf sie. Egal wohin wir sie mitnehmen, überall werden wir auf sie angesprochen. Sie hat so was im Blick,... so was eben worauf anscheinend jeder fliegt. "Everybodys Darling" eben ;-)).

Ich musste mich ziemlich umstellen. Dieser Hund lässt sich knuddeln bis zur Kahlheit. Folgt mir auf Schritt und Tritt. Anfangs bin ich einmal im dunklen Hausflur über sie gefallen.--- seitdem brennt dort öfter Licht. :-/

Mittlerweile ist sie wieder zu einem riesen Plüschtier mutiert. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Dieser Hund kennt keine Bosheit, keine Aggression,.... Nichts dergleichen !!

Als sie zur Vermittlung stand, wusste man noch nicht so sehr viel über sie. Mit dem heutigen Wissen würde sie als absoluter Anfängerhund angepriesen werden. Zu Recht,.. so einen unkomplizierten Schatz hab ich selten gesehen.

Cindy und Jeska sind so unterschiedlich wie Hunde kaum sein können. Auch optisch, aber vor allen Dingen im Wesen.

Und trotzdem ist jede für sich der größte Schatz, den wir uns je leisten konnten.


Am 27. April 2011 ist Jeska ihrer Cindy über die Regenbogenbrücke gefolgt.

Mach's gut, du süßes Tüpfeltier! Du wirst uns allen sehr fehlen!

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